Chronik des MSC Neustadt 

 

1. Von der Gründung bis zu den ersten Erfolgen – die Anfänge des MSC Neustadt

Mei liaba, heit i's g'scheit kalt drauß'n—

Posthalter, host scho warm ei'g'hoazt—
Posthalterin, hast a'guate Brotzeit im Haus—
also nacha, Männer sitzt's eich nieda—
heit ham's no was Wichtigs ausz'macha

... So oder ähnlich konnte sich der Dialog zugetragen haben, als sich in den ersten Februartagen des Jahres 1951 einige begeisterte Motorsportfreunde im Hotel Post in Neustadt zusammenfanden, um über die Gründung eines Motorsportclubs im ADAC in der Stadt Neustadt zu sprechen. Es waren, wie man landläufig sagt ,,die Männer der ersten Stunde“, seit vielen Jahren erfahrene und interessierte Motorsportfreunde, die sich zum Ziel gesetzt hatten, in Neustadt eine Vereinigung von Kraftfahrern und Motorsportfreunden auf Vereinsebene ins Leben zu rufen.

Es waren dies:

Andreas Erdl, Hotelier

Max Euringer, Fuhrunternehmer

Josef Pollin, Kfz-Meister und Fahrlehrer

In diesem kleinen Kreis war man sich an diesem ersten Abend sehr rasch darüber einig, in Neustadt einen Motorsport-Club im ADAC zu gründen und dazu unverzüglich die notwendigen Schritte im Einvernehmen mit dem ADAC Gau Südbayern einzuleiten. Die drei Motorsportfreunde, selbst seit Jahren bereits aktiv im benachbarten Orts-Club tätig, nahmen also mit dem Gau Südbayern des ADAC Verbindung auf, um Näheres über die Voraussetzungen zur Vereinsgründung zu erfahren. Die Bemühungen waren erfolgreich, denn bereits am 20. Februar 1951 fand dann im Hotel Post in Neustadt/Donau die Gründungsveranstaltung statt, zu der der damalige Geschäftsführer Lehner, bei allen Mitgliedern des Gaues ,,Papa Lehner“ genannt, nach Neustadt kam, um die versammelten Mitglieder über die Ziele und die Arbeit des ADAC aus erster Hand zu informieren.

In dieser Veranstaltung wurde bereits die erste Vorstandschaft gewählt. Sie bestand aus:

1. Vorsitzender: Dr. Hans Auers, prakt. Arzt

2. Vorsitzender: Andreas Erdl, Hotelier

Schriftführer: Sebastian Ringistetter, Stadtinspektor

Schatzmeister: Hans Englert, Sparkassenleiter

Sport- und Tourenleiter: Max Euringer, Fuhrunternehmer

Stellv. Sportleiter: Josef Pollin, Kfz-Meister u. Fahrlehrer

Beisitzer: Anton Treffer, Steinbruchbesitzer

Kassenprüfer: Alfons Kirzinger, Fabrikant

Das in der ausgezeichnet besuchten Gründungsversammlung Gehörte war damals sicherlich auf fruchtbaren Boden gefallen, denn im März 1951 zählte der Motorsportclub Neustadt a. d. Donau bereits 104 Mitglieder.

Der Motorsportclub Neustadt a. d. Donau im ADAC war also gegründet. In der Folgezeit bestand die Vereinsarbeit vornehmlich in regelmäßigen monatlichen Zusammenkünften in Form von Clubabenden. Als Vereinslokal hatte man das Hotel Post bestimmt. 1. Vorsitzender Dr. Hans Auers, ein Mann der Gesellschaft, verstand es außerordentlich gut, diese Zusammenkünfte nett und interessant zu gestalten.


Sportliche Erfolge

Doch bald blieb es nicht mehr bei den örtlichen Veranstaltungen. Bereits im Gründungsjahr (im Juni 1951) veranstaltete man eine erste gemeinsame Ausfahrt, an der sich viele Clubmitglieder mit ihren Angehörigen beteiligten. Die Fahrt ging zum Spitzingsee und zum Forsthaus Valepp. Nach dieser ersten großen Ausfahrt zeigte sich bereits, dass sich eine Vereinigung von Kraftfahrern und begeisterten Motorsportlern zusammengefunden hatte, die gewillt war, die satzungsgemäß eingegangenen Ziele des ADAC zu verwirklichen. Hier hatten sich Idealisten zu gemeinsamer uneigennütziger Arbeit um die Belange des Kraftfahrwesens verpflichtet, die der damals ständig steigenden Zahl der Kraftfahrer und der beginnenden Motorisierung in unserem Land in jeder Weise dienlich sein sollte. Es war vor allem die satzungsgemäß eingegangene Verpflichtung zu sportlicher Ertüchtigung der Kraftfahrer durch motorsportliche Veranstaltungen und Wettbewerbe. Insbesondere gehörte dazu auch die Pflege allseitiger Kameradschaft unter den Mitgliedern.

Dass dies in den Reihen des Motorsport-Clubs Neustadt in hohem Maße gelungen war, beweisen viele Veranstaltungen, an denen sich der MSC mit recht guten Erfolgen beteiligte. So belegten die Neustädter 1954 bei der Frühlingsfahrt Raduno/Meran den vierten Rang und bei der Rallye Meran im darauffolgenden Jahr konnte der MSC dank Georg Weinbauer sogar einen Sieg verbuchen.

Pressestimmen:

“Neustädter bei der ADAC-Gauwertungsfahrt—Rosenheim war das Ziel von 35 Kraftfahrzeugen aus Neustadt.“

In den Nachmittagsstunden des letzten Samstag und am Sonntag starteten 35 Fahrzeuge des ADAC zur Gauwertungsfahrt nach Rosenheim. 20 Autos und 15 Motorräder waren es, die es sich nicht entgehen ließen, wiederum diesem kleinen Club, der schon so oft seine Rührigkeit bewiesen hat, die ganze Unterstützung in seinem Vorhaben zu gewähren.

Die Rallye Meran am 15./16./17. April 1955 brachte für den MSC Neustadt einen besonderen Erfolg. 1. Vorsitzender Georg Weinbauer startete dazu mit seinen beiden Begleitern Max Euringer und Bert Ringlstetter am 12. April 1955 in Umeö/Schweden. Die Fahrt von Schweden nach Meran ging über eine Distanz von rund 3000 km. Die Neustädter Teilnehmer in dieser Rallye belegten in der Einzelwertung mit Schorsch Weinbauer den 1. Platz, und in der Gruppenwertung den 3. Platz. Insgesamt hatten sich an dieser Rallye 10 Fahrzeuge beteiligt.

Eine weitere Notiz im Neustädter Donau-Anzeiger:

„Große Erfolge der Neustädter ADAC-Ortsgruppe - Sie errang bei der internationalen ADAC-Fahrt nach Meran den fünften Platz in der Gesamtwertung.“

Oft schon hat die ADAC-Ortsgruppe Neustadt bewiesen, dass sie in ihren Reihen Mitglieder hat, die erfüllt von einem großen Vereinsidealismus immer wieder am Werke sind, die Gedanken des ADAC zu verwirklichen, die aber auch ihren Stolz darein setzen, Neustadts Namen außerhalb unserer Grenzen Ehre zu machen. Oft schon ist es ihnen gelungen, in Gauwertungsfahrten schöne Preise nach Hause zu bringen. Viel vorbereitende Arbeit und Willenskraft zu persönlichen Opfern gehören dazu, als eine der kleinsten Ortsgruppen in Bayern große Erfolge zu erringen. Und hier ist es gerade die immer unermüdliche Vorstandschaft, die die Mitglieder durch ihr Beispiel zu gemeinsamer Tat ermuntert.

Am letzten Sonntag galt es, erstmals den Sprung über die Grenzen Deutschlands zu machen, nach Italien, in das Land der deutschen Sehnsucht, nach Meran. Gegen ein internationales Aufgebot von 617 Wagen aus den europäischen Ländern galt es, zwölf Neustädter Wagen zum Erfolg zu führen. Dass dies gelang, beweisen die Preise, die die Neustädter Mannschaft mit in unsere Stadt bringen konnte. So errang in der Einzelwertung 1. Vorstand Weinbauer nach einer Fahrt von Skagen, der äußersten Stadt Dänemarks den 3. Preis, ein Erfolg, über den sich der ganze Club freut. Großartig schnitt aber auch der Club insgesamt ab. Als erster Sieger aus dem Gau Südbayern hervorzugehen, ist schon ein großartiger Erfolg, aber in der Gesamtwertung als fünfter, gefolgt von Wien, vor allen ausländischen Clubs abzuschneiden, erfüllt unsere ADAC-Mannschaft mit großem Stolz und ganz Neustadt freut sich mit den unermüdlichen ADAC-lern. Ein schöner silberner Pokal reiht sich nun würdig in die anderen Ehrenpreise ein. „Raduno Automobilistico Internationale, Merano 10.-11.4.1954“ lautet die einfache Aufschrift auf diesem Pokal, die von einem Tulpenblatt mit Eichenlaub geschmackvoll umhüllt wird. So einfach diese Aufschrift ist, so beinhaltet sie doch so viele Erlebnisse, die den Teilnehmern an dieser Sternfahrt nach Meran unvergesslich bleiben.

Als gegen Abend die ersten Wagen in Neustadt eintrafen, wurden die „Italienfahrer" schnell umringt und zu ihrem Erfolg beglückwünscht!

Eine große Anzahl von schönen Pokalen, im Clublokal Hotel Post sorgfältig aufbewahrt, zeugen von all diesen schönen und sicherlich für die Teilnehmer erfolgreichen und interessanten Veranstaltungen.

Gesellschaftlich aktiv


Von Anfang an hatte der MSC Neustadt neben den allmonatlichen Clubabenden regelmäßige motorsportliche Veranstaltungen abgehalten. Es gehörten zum festen Jahresprogramm Bildersuchfahrt, Fuchsjagd, gesellschaftliche Ausfahrt, Fahrt zum Oktoberfest nach München, sowie eine Nikolausfeier. Der gesellschaftliche Höhepunkt während des Jahres war der große Faschingsball im Clublokal. Diese Veranstaltungen, ob motorsportlicher oder gesellschaftlicher Natur, sind immer gut und mit Interesse seitens der Clubmitglieder und aller Motorsportfreunde aus Neustadt und Umgebung besucht worden.


 

2. Der MSC Neustadt plant das erste Sandbahnrennen

Im Hinblick darauf, dass Neustadt bereits seit 1949 über eine Rennbahn verfügte und seit dieser Zeit dort Pferderennen durch den Rennverein abgehalten wurden, reifte im MSC der Gedanke und die Absicht, die Rennbahn auszubauen und künftig Sandbahnrennen abzuhalten. Anlässlich der Vorstandssitzung am 13. Juli 1966 griff man diese Idee auf und hierüber ist im Protokollbuch zu lesen:

"Es ist beabsichtigt, im nächsten Jahr ein Nachwuchs-Rennen in Neustadt abzuhalten. Das Rennen soll in der Zeit zwischen 1. Mai und 30. Juni 1967 stattfinden. Beim ADAC Gau Südbayern soll baldmöglichst angefragt werden, wer die Bahn abnimmt. Außerdem soll mit dem Rennverein Neustadt in bezug auf Ausbau und Instandsetzung der Rennbahn verhandelt werden".

Damit wurde für den MSC eine Entwicklung eingeleitet, deren Ausmaß und Fülle an Arbeit für alle am Sandbahnsport Interessierten sicherlich nicht auf Anhieb ermessen werden konnte. Doch durch tatkräftige Zusammenarbeit innerhalb der Vorstandschaft konnten sehr bald alle anstehenden technischen Probleme, in bezug auf Ausbau der Rennbahn, im Einvernehmen mit dem Rennverein Neustadt geklärt werden. Es war Ingenieur Hans Pfaller, der sich bereit erklärt hatte, den Ausbau der Rennbahn durchzuführen und damit alle Voraussetzungen für die Abhaltung eines Sandbahnrennens schuf.

Am 16. November 1966 befasste sich die Vorstandschaft des MSC - nachdem inzwischen einige Probleme um den Ausbau der Bahn geklärt werden konnten -, erneut mit der Abhaltung eines Sandbahnrennens im Jahre 1967. In dieser Vorstandssitzung berichtete Vorsitzender Georg Weinbauer über die mit dem Gau Südbayern geführten Besprechungen.

Zu einer erweiterten Vorstandssitzung waren erfreulicherweise zahlreiche Mitglieder des MSC erschienen, die sich bereit erklärt haben, an der Vorbereitung und Durchführung des ersten Sandbahnrennens mitzuarbeiten. Es galt zunächst, ein verantwortliches Komitee zu gründen, dem es oblag, die Organisation des Rennens und die Bestellung der einzelnen Funktionäre zu übernehmen.

Für das Sandbahnrennen zeichneten also zunächst verantwortlich:

a) Für die Technik: Ing. Hans Pfaller

b) Für die Finanzierung: Andreas Trinkl, Schatzmeister

c) Für die Organisation: Heinz Röttchen.

 Aufgabe dieses Komitees war es, im gemeinsamen Zusammenwirken die einzelnen Funktionen beim Sandbahnrennen in einem Organisationsplan, der als Arbeitsunterlage für alle künftigen Rennveranstaltungen dienen sollte, zusammenzufassen.

Für das erste Sandbahnrennen am 9. Juli 1967 wurde folgende Rennorganisation bestellt:

Veranstalter: MSC Neustadt/Donau e.V. im ADAC

Schirmherr: Landrat Rudolf Faltermeier

OMK-Sportkommissar: Sepp Giggenbach (Mühldorf), Helmut Korn (München)

Organisationsleitung: Heinz Röttchen

Rennleiter: Andreas Erdl

Rennbüro: Sebastian Ringlstetter, Sepp Kaiser

Mikrofonsprecher: Hans Bruckmeier, ADAC-Gau Südbayern

Quartierbüro: Hans Scheidt

Werbung: Alois Seldmeier

Fahrerlager: Franz Erb (München), Josef Pollin jun., Adolf Stoiber, Josef Attenberger

Maschinenabnahme: Franz Erb (München)

Starter: Josel Krammel

Fahrtbeobachter: Leitung Max Euringer

Zeitnehmer: Rabl (Altmannstein)

Rundenanzeiger: Alfred Köhler

Zielrichter: Josef Pollin sen., Josef Madl

Lautsprecheranlage: Otto Gerhofer (München)

Bahnwart: Hans Kirchhammer

Bahnarzt: Dr. Peter Hild

Sanitätsdienst: BRK Neustadt

Feuerschutz: Freiwillige Feuerwehr Neustadt

Polizeidienst: Landpolizei Kelheim, Leitung Amtmann Maurer

Ehrentribüne: Georg Weinbauer, Ernst Spickernagel, Heribert Schiller

Presse: Ziehaus, Debl

Versicherung: Gothaer Allgemeine

Werkstattdienst: Ludwig Stoiber sen.

An der Ausrichtung des ersten Sandbahnrennens 1967 hatten sich neben den Mitgliedern des MSC beteiligt:

Freiwillige Feuerwehr Neustadt und Mauern, Turn- und Sportverein Neustadt, Bayer. Rotes Kreuz Neustadt, Kolpingsfamilie Neustadt, DLRG-Ortgruppe Neustadt, Schützenverein Neustadt und die Stadt Neustadt.

Als sehr erfreulich und als Zeichen guter nachbarlicher Zusammenarbeit wurde zur Kenntnis genommen, dass sich Mitglieder des MSC Abensberg zur Mitarbeit beim ersten Neustädter Sandbahnrennen bereiterklärten und ihre reichen Erfahrungen bei der Abhaltung von Rennen zur Verfügung stellten.

 

 MSC-Vorsitzender Georg Weinbauer (li.) im Gespräch mit Eisschnellauf-Olympiasieger Erhard Keller, der dem ersten Neustädter
Sandbahnrennen einen Besuch abstattete

In einer am 22. Juli 1967 abgehaltenen Jahreshauptversammlung berichtete 1. Vorstand Weinbauer ausführlich über den Verlauf des ersten Sandbahnrennens auf der Neustädter Rennbahn. Er dankte ganz besonders allen Funktionären für die ausgezeichnete Organisation bei der Ausrichtung dieses Rennens. Ganz besonderer Dank aber gelte hier Herrn Ing. Hans Pfaller, in dessen Händen der mustergültige Ausbau unserer Rennbahn lag und der hier mit seinen Mitarbeitern und den Funktionären des MSC hervorragendes geleistet habe. Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass dieses erste Rennen des MSC ein Erfolg war, der dem MSC die Zuversicht gab, solche motorsportlichen Veranstaltungen auch weiterhin abzuhalten.


 

3. Der MSC Neustadt macht sich einen Namen als Veranstalter von Sandbahnrennen

Sandbahnrennen am 7. Juli 1968—Lizenz-Solo, Ausweis-Solo und Lizenz-Seitenwagenklasse

 

Schirmherr: Landrat Faltermeier

Gesamtleitung: Hans Pfaller

Organisationsleitung: Heinz Röttchen

Rennleitung: Karl Zettl

Kassenleitung: Andreas Trinkl, Sepp Kaiser

War das erste Sandbahnrennen in Neustadt 1967 ein Rennen, an dem neben der Lizenz-Seitenwagenklasse nur Ausweis-Solofahrer teilgenommen haben, so konnte man für das zweite Rennen 1968 neben Europameister Manfred Poschenrieder, den polnischen Staatsmeister Marian Kaiser und eine Anzahl weiterer namhafter Lizenzfahrer verpflichten.

Insgesamt waren am Start:

7 Lizenz-Solofahrer, 9 Lizenz-Seitenwagengespanne, 18 Ausweissolofahrer.

Folgende Sieger wurden ermittelt:

 Endlauf Ausweis-Solo:

1. Betzl Christoph, Rott am Inn

2. Hasenberger Franz, Pocking

3. Angermüller Josef, Neustadt

 Endlauf Lizenz-Seitenwagenklasse:

 1. Preisinger Norbert / Dorer Fritz, Marktoberdorf

2. Duile Hermann / Duile Horst, Krumbach

3. Hollmann Mathias / Werner Rudi, Hausham

Lauf zur Aufstellung eines Bahnrekords (Lizenz Solo)

 1. Rainer Jüngling, Sulzberg (88,7 km/h)

2. Manfred Poschenrieder, Kempten

3. Dieter Dauderer, München

 

In Neustadt waren vor allem in der Anfangszeit oft Seitenwagengespanne am Start.

 

Extra Nationales Sandbahnrennen am 6. Juli 1969

 

Das Sandbahnrennen 1969 war ein außergewöhnliches Rennen mit internationaler Besetzung, an dem neben den deutschen Fahrern Teilnehmer aus England, Dänemark und der CSSR teilnahmen. Es waren Fahrer der Lizenz-Solo- und Ausweis-Solo, sowie Lizenz-Seitenwagenklasse vertreten. In diesem Rennen wurde dem Erbauer der Neustädter Rennbahn Anton Treffer ein „Anton-Treffer-Gedächtnisrennen“ und das „Jakob-Forstner-Gedächtnisrennen“, einem ehemaligen verdienten MSC-Mitglied gewidmet.

 Folgende Sieger wurden ermittelt:

 Endlauf um das Jakob-Forstner-Gedächtnis-Rennen (Ausweis-Solo):

 1. Josef Angermüller (86,95 km/et)

2. Waldemar Bacik

3. Alois Wiesböck

 

Endlauf um den Ehrenpreis der Stadt Neustadt (Lizenz-Solo):

 1. Jan Ödegard, Norwegen (86,3 km/h)

2. Otto Barth, BRD

3. Jan Holub, CSSR

 

Endlauf um den Pokal des Schirmherrn (Lizenz-Seitenwagen):

 1. Polak Franz / Polak Hans (77,8 km/h)

2. Hoffmann Rudolf / Hohenester Roland

3. Knott Peter / Prommersberger

 

Den Anton-Treffer-Gedächtnispokal gewann im zweiten Rennen der Norweger Jan Ödegard.

Bahnarzt Dr. Peter Hild und der Sportreferent des ADAC Gau Südbayern, Matthias Mittermeier (von li.) im Zielrichterturm des alten Stadions

 Internationales Sandbahnrennen am 3. Mai 1970

 Eine außergewöhnliche Veranstaltung war das Internationale Sandbahnrennen 1970. Drei Weltmeister, Europameister und die europäischen Spitzenfahrer des Sandbahnsports waren am Start. Die Presse schrieb zu diesem Rennen: "Viele bekannte Sandbahnspezialisten aus 7 Nationen kamen am 3. Mai nach Neustadt, und sie kamen gern, denn auf der wunderschönen 540 m langen Sandbahn in Neustadt macht es ihnen Spaß ihre sportlichen Runden zu drehen. Alle waren gespannt auf den mehrfachen schwedischen Weltmeister Ove Fundin, den 4-maligen Weltmeister Barry Briggs aus England und den Vorjahressieger Jan Ödegard aus Norwegen. In diesem Rennen trafen sich also die besten Fahrer des internationalen Sandbahnsports und man darf heute sagen, dass dieses Rennen mit zu den bisher besten in Neustadt zählte. Dass dies auch von der Organisation her der Fall war, bewies eine Feststellung aus Anlass der Preisverteilung im Hotel Post. Hier ergriff OMK-Sportkommissar Kömmel das Wort und bedankte sich beim MSC Neustadt für die ausgezeichnete Organisation des Rennens.

Die Ergebnisse dieses Rennens waren:

 Endlauf um das silberne Stadtwappen der Stadt Neustadt (Liz.Solo)

 1. Marian Kaiser, BRD

2. Runo Wedin, Schweden

3. Jan Ödegard, Norwegen

Endlauf um den Pokal des Schirmherrn (Lizenz-Seitenwagen)

 1. Jürgen Stein / Dieter Schade, BRD

2. Franz Polak / Hans Polak, BRD

3. Rudolf Hoffrnann / Roland Hohenester, BRD

Sandbahnrennen am 27. Juni 1971 - Vorlauf um den OMK-Junioren-Pokal

 Zu dieser Veranstaltung wurden umfangreiche Umbauarbeiten an der Rennbahn erforderlich. Man hat aber den Vorlauf um den Deutschen Junioren-Pokal einem internationalen Rennen vorgezogen. Man war der Meinung, dass diese Veranstaltung von besonderem Interesse sei, weil man hier die besten Nachwuchsfahrer aus der Bundesrepublik für Solomaschinen und Seitenwagengespanne erleben durfte. Insgesamt 18 Solofahrer und zwölf Seitenwagenfahrer hatten sich für dieses Rennen qualifiziert. Leider war dieses Rennen durch den Tod des 17-jährigen Beifahrers Alois Bieringer aus Uttlau überschattet.

 Die Sieger aus dem Sonderlauf um den Ehrenpreis des MSC waren:

1. Bauer Anton, Maitenbach

2. Stickel Albert, Pleiskirchen

3. Wiesböck Josef, Niederbergkirchen

Das Rennen (Sonderlauf) um den Pokal des Schirmherrn konnte wegen des tragischen Unfalls nicht mehr durchgeführt werden.

Internationales Sandbahnrennen am 7. Mai 1972

Das Sandbahnrennen 1972 war eine Veranstaltung mit der Spitzenklasse des internationalen Sandbahnsports u.a. mit Manfred Poschenrieder, Josef Angermüller, Ole Olsen (Dänemark), A. Svab (CSSR), Runo Wedin (Schweden), Jan Ödegard (Norwegen) mit weiteren deutschen Fahrern wie Jan Käter, Marian Kaiser, A. Wiesböck usw.

 Bei recht schönem Wetter wurden folgende Ergebnisse erzielt:

 Endlauf um das silberne Wappen der Stadt Neustadt (Solo):

 1. Manfred Poschenrieder (94,4 km/et)

2. Ole Olsen, Dänemark

3. Josef Angermüller, BRD

 Endlauf um den Preis des Schirmherrn (Seitenwagen):

 1. Rainer Scherzl / Werner Eggert (81,2 km/h)

2. Rold Kolb / Karl Böhm

3. Rainer Stein / Otmar Held

Eine Pressenotiz zu dieser Veranstaltung: „Mit der Präzision eines Uhrwerks ist das internationale Sandbahnrennen in Neustadt im AntonTreffer-Stadion abgelaufen. Fast schien es am Vormittag, das Rennen würde "ins Wasser fallen", als ein ausgiebiger Regenschauer über das Stadion ging. Aber bereits gegen Mittag hellte es auf und pünktlich um 14 Uhr konnte das Rennen nach Begrüßungsworten des 1. Vorstandes Hans Pfaller, Bürgermeister Meier, sowie dem Schirmherrn Landrat Faltermeier starten.“

“Bahnsport Aktuell“ berichtete über dieses Rennen u.a.:

“Aus dem Mekka der Gastfreundschaft Neustadt/Donau—sehr gute Rennen + großartige Organisation + phantastische Gastfreundschaft. Diese Formel wird allen im Gedächtnis haften bleiben, die den Weg nach Neustadt nicht gescheut haben. Wo erlebt man schon ein erstklassiges internationales Sandbahnrennen, das in zwei Stunden abgewickelt wird? Da der Wettergott auch mitspielte, bleib kein Wunsch der etwa 6000 Zuschauer offen. Einziger Schatten über der Veranstaltung war das Sturzpech von Rudi Kastl, der sich dabei eine leichte Gehirnerschütterung und Prellungen zuzog. Das passierte allerdings schon während des Trainings am Vormittag. Der eigentliche Renntag blieb unfallfrei. Es starteten hier nur Lizenz-Klassen: einmal die Solisten, zum andern die Seitenwagen.—Alles in allem gab es einen hervorragenden Sport im schmucken Anton-Treffer-Stadion. Da auch das Drumherum so wunderbar gelang, kommen wir gern wieder nach Neustadt/Donau.“

 

Josef Angermüller in Neustadt

Die Funktionäre des MSC sorgten immer für einen reibungslosen Rennablauf.

 

Internationales Sandbahnrennen am 8. April 1973

Eine herausragende Veranstaltung war das internationale Sandbahnrennen 1973 mit den besten Fahrern aus 7 Nationen (Ole Olsen, Dänemark, Ivan Mauger, Neuseeland, Don v. Godden, England, Kurt W. Petersen, Dänemark, Runo Wedin Schweden, W. Thomson, Schweden); die deutschen Fahrer: Manfred Poschenrieder, A. Wiesböck, Jan Käter u.a.

 Folgende Sieger wurden ermittelt:

 Josef Angermüller Egon Müller

 

Endlauf der Solo-Maschinen um den Ehrenpreis der Stadt Neustadt/Donau aus Anlass der 700-Jahresfeier:

 1. Ole Olsen, Dänemark (93,5 km/h)

2. Manfred Poschenrieder, BRD

3. Jan Käter, BRD

 

Endlauf um den Ehrenpreis des MSC Neustadt:

 1. Michael Datzmann / W. Eggert (82,1 km/h)

2. Karl-Heinz Dumps / Norbert Bittermann

3. Rainer Scherzl / Fritz Zeindl

Für das Jahr 1974 war es gelungen, den 2. Vorlauf zur deutschen Sandbahnmeisterschaft nach Neustadt zu bekommen.
Leider hatte sich das Wetter so sehr verschlechtert, dass sich das Rennen zu einer wahren „Schlammschlacht“ entwickelte. Im Hinblick auf den außerordentlich schlechten Zustand der Bahn musste sodann das für Sonntag, den 21. Juli 1974 angesetzte internationale Sandbahnrennen kurzfristig abgesagt werden. Eine sicherlich spannende Motorsportveranstaltung mit Fahrern aus insgesamt 7 Nationen konnte also auf Grund des schlechten Wetters nicht zur Durchführung kommen.

Um einige Spitzenfahrer zu nennen, die am Start gewesen wären: Ole Olsen, Schweden; Don van Godden, England; Runo Wedin, Schweden; Manfred Poschenrieder, Deutschland; Josef Angermüller, Deutschland; sowie die internationale Lizenz-Seitenwagenklasse.

Schauplatz vieler spannender Sandbahnrennen: das alte Anton-Treffer-Stadion.

 

Internationales Sandbahnrennen am 4. Mai 1975

 

Schirmherr: Landrat Faltermeier

Gesamtleitung: Karl Zettl, Hans Pfaller

Organisationsleitung: Erich Fuchs, Heinz Röttchen

Rennleitung: Hans Kirchhammer

Kassenleitung: Andreas Trinkl, Sepp Kaiser

Ein recht interessantes und von der Fahrerseite mit den besten Sandbahnfahrern besetztes Rennen, zu dem Fahrer aus 7 Nationen verpflichtet werden konnten, war das internationale Sandbahnrennen am 4. Mai 1975. Bei schönem Rennwetter hatten sich wiederum zahlreiche Besucher eingefunden und sicherlich sind alle Motorsportfreunde von dem hier gezeigten Sandbahnsport in jeder Weise begeistert worden. Die Organisation der Veranstaltung war wie immer vorzüglich.

 

Das Rennen wurde wie folgt entschieden:

 Endlauf um den Ehrenpreis der Stadt Neustadt/Donau (Solo):

1. Ivan Mauger, Neuseeland (96,6 km/h)

2. Edgar Stangeland, Norwegen

3. Georg Hack, BRD

 Endlauf um den Ehrenpreis des MSC Neustadt (Seitenwagen):

1. Datzmann / Haag (81,1 km/h)

2. Bauer / Bamberger

3. Oberhauser / Schauberger

 

(Sandbahnrennen in Neustadt: Top-Stars, spannende Rennen und vollbesetzte Tribünen.)

 

2. Vorlauf zur Deutschen Bahnmeisterschaft Solo 1975 am 22. Juni 1975

 

Auf Grund eines Angebotes des ADAC-Gau Südbayern hatte sich der MSC Neustadt bereit erklärt, den 2. Vorlauf zur Deutschen Bahnmeisterschaft kurzfristig durchzuführen. Es war dies für den MSC im Hinblick auf den kurzen Zeitabstand zum vorausgegangenen Internationalen Sandbahnrennen am 5. Mai 1975 eine schwere Entscheidung, bereits wieder eine so große Veranstaltung durchzuführen und zu organisieren. Bei recht schönem Wetter ging die Veranstaltung reibungslos über die Bühne. Die Rennleitung lag in den Händen von Hans Kirchhammer.

Insgesamt wurden für den Meisterschaftslauf 23 Nennungen und für die nationalen Lizenzfahrer 14 Nennungen abgegeben.

 

Der Endlauf brachte folgende Ergebnisse:

 Internationale Lizenz-Klasse:

1. Waldemar Bacik, Landshut (90,09 km/h)

2. Gilgenreiner Georg, Lenggries

3. Straßer Albert, Kleinreichertshofen

Nationale Lizenz-Klasse:

1. Kraus Bernhard, Neustadt/Do. (87,99 km/h)

2. Brückl Günter, München

3. Steinberger Johann, Pfaffenhofen

Sandbahnrennen 1976 — Mannschaftsvergleichskampf Norddeutschland —Süddeutschland

Eine sicherlich außergewöhnliche Veranstaltung im Sandbahnsport war das Sandbahnrennen am 28. März 1976, nämlich der Mannschaftsvergleichskampf Norddeutschland-Süddeutschland. Gleichzeitig mit diesem Rennen fand ein Sandbahnrennen für nationale Lizenz-Fahrer mit Wertung für den süddeutschen Bahn-Pokal statt.

Im Programm dieser Rennveranstaltung war ein Gedächtnisrennen für den im Jahre 1975 tödlich verunglückten Neustädter Sandbahnfahrer Bernhard Kraus aufgenommen. Bei recht gutem Rennwetter wurden folgende Ergebnisse erzielt:

Endlauf Norddeutschland-Süddeutschland:

1. Hack Georg, Landshut (95,49 km/h)

2. Betztl Christoph, Rott am Inn

3. Käter Jan, Dorsten

Endlauf der Nationalen Lizenzfahrer:

1. Thanos Erwin, Garching (87,61 km/h)

2. Beck Hermann, Niederlindhart

3. Schöttl Karl, Marschalling

Ergebnis des Bernhard Kraus-Gedächtnisrennens:

 1. Prucker Ludwig, Landshut (86,72 km/h)

2. Thanos Erwin, Garching

3. Buchschmid Max, Niedersunzing


 

4. Aufstellung einer Bundesligamannschaft mit dem Nachbarclub MSC Abensberg im Jahr 73/74

Im Herbst 1973 trafen sich die Vorstandschaften des MSC Abensberg und des MSC Neustadt/Donau mit den beiden Vorsitzenden Otto Kneitinger und Hans Pfaller zu einem Gespräch zwecks Aufstellung einer Bundesligamannschaft im Speedwaysport in Abensberg. Man wurde sich einig, dass man in Zusammenarbeit der beiden benachbarten Clubs eine gemeinsame Rennveranstaltung ausrichten solle. Man legte die Verantwortlichen fest, und beauftragte Herrn Hans Kirchhammer mit der Rennleitung, Herrn Max v. Braunmühl und Herrn Karl Zettl mit der Gesamtleitung, und Herrn Andreas Trinkl mit der Kassenführung. Herr Hans Kirchhammer wurde sodann beauftragt, rechtzeitig Fahrer zu verpflichten.

Für die Mannschaft Abensberg/Neustadt starteten die Fahrer:

Franz Lang, Franz Kolbeck, Josef Reischl, Ludwig Held, Karl Behringer.


An dem Bundesligarennen 74 beteiligten sich die Mannschaften des MSC Olching, MSC Krumbach, MSC Ruhpolding, MSC Bopfingen, MSC Pfaffenhofen und die Mannschaft Abensberg/Neustadt.

Die Rennveranstaltung fand am 1.9.1974 im Abensberger Speedwaystadion vor rund 3000 Zuschauern statt. Es war eine gut organisierte Veranstaltung, die bei dem speedwaybegeisterten Publikum Anklang fand.

Man löste die Mannschaft dann Ende 1974 auf, weil sich die beiden Vorstandschaften darüber klar waren, dass die Bundesligarennen, so wie sie im Jahre 1974 ausgetragen wurden, keine Zukunft haben können. Der enge Kontakt, und die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Clubs blieb bis heute erhalten.

 


 

5. Bau und Eröffnung des Anton-Treffer-Stadions

 

Bereits seit 1967 machte sich der MSC Neustadt einen Namen als Veranstalter von Sandbahnrennen, die auf der eigens dafür ausgebauten Rennbahn des Pferdesportvereins abgehalten wurden. Da aber die vorhandene Bahn nicht den Ansprüchen genügte, die zur Austragung von Prädikatsläufen notwendig gewesen wären, sah man sich gezwungen, die Renntätigkeit 1976 einzustellen. Allerdings markierte dies nicht das Ende der Rennveranstalteraktivitäten des MSC, sondern vielmehr einen Neubeginn. Zusammen mit der Stadt Neustadt, dem TSV Neustadt und den Pferdesportlern machte sich der MSC daran, den Bau eines Stadions zu planen und voranzutreiben, das später auch einmal Motorsportwettbewerbe beheimaten sollte.

Bis zum Baubeginn und der endgültigen Realisierung galt es allerdings einige Hürden zu überwinden. Bereits in der Planungsphase waren einige Unstimmigkeiten zwischen den späteren Nutzern aus dem Weg zu räumen, schließlich sollte das neue Stadion als multifunktionale Anlage den Ansprüchen aller drei beteiligten Vereine gerecht werden. Die drei Vereinsvorsitzenden – Hans Pfaller für den MSC, Jakob Dietrich für den TSV und Ludwig Gerstl als Vertreter der Pferdesportler – fanden aber schließlich einen Konsens. Für den MSC bedeutete dies eine Reduzierung der Bahndistanz von – ursprünglich geplanten - 800 auf 400 Meter.

 

 Die Tribüne des neuen Anton-Treffer-Stadions im Rohbau

Allerdings kam das Projekt nun erneut ins Stocken. Zwar waren die Differenzen unter den Vereinen beseitigt, doch machten nun die Finanznöte der Stadt Neustadt dem Baubeginn einen Strich durch die Rechnung. Der ehrgeizige Stadionneubau musste erneut zurückgestellt werden. Es war vor allem dem unermüdlichen Einsatz von MSC-Vorstand Pfaller – nicht zu vergessen sind natürlich auch die Leistungen des Architekten Ernst Spickernagel und des Namensgebers Anton Treffer, der die Grundstücke zur Verfügung gestellt hatte, - dass das Vorhaben im Jahre 1981 doch noch realisiert und das Stadion endgültig fertig gestellt wurde.

Ohne die Gelder der Stadt Neustadt, die den Bau finanzierte, wäre das Stadion allerdings in seiner heutigen Form und Ausstattung, wohl auch kaum denkbar. Bürgermeister Joachim Meier forderte deshalb anlässlich der Eröffnung des Anton-Treffer-Stadions: „Liebe Sportfreunde, die Stadt hat das ihrige getan. Jetzt seid ihr gefordert. Bringt Leben in dieses Stadion.“

 

Bürgermeister Meier bei der Eröffnung.

 Diesen Appell nahm sich der MSC scheinbar sehr zu Herzen, denn bereits bei der Eröffnung des Stadions sorgte der Verein mit einer gelungenen Veranstaltung für viel Leben. Nahezu 15.000 Zuschauer besuchten am 11. August 1981 das Auftaktrennen, mit dem sich der MSC Neustadt dank der perfekten Organisation und des internationalen Fahrerfeldes auf Anhieb einen hervorragenden Namen als Speedway-Veranstalter erwarb.

Beim Eröffnungsrennen, das als Vierländer-Kampf ausgetragen wurde, siegte die Mannschaft der USA trotz des kurzfristigen Ausfalls eines Fahrers. Rick Miller, eigentlich nur als Mechaniker vor Ort, sprang kurzfristig ein und fuhr die Konkurrenz zur Verwunderung aller Anwesenden in Grund und Boden. Wie sich später herausstellte war Miller allerdings kein unbeschriebenes Blatt, hatte er zuvor doch sogar schon den Titel des US-Meisters errungen.

 

 Schon bei der Eröffnung ging es hoch her.

Auch 20 Jahre nach seiner Erbauung wird das Stadion vom internationalen Fahrerfeld immer noch sehr geschätzt. Zu den Vorzügen der Neustädter Bahn, die als eine der schnellsten Speedway-Strecken überhaupt gilt, zählen sicherlich die hohen Sicherheitsstandards. Von Experten wird es wegen seiner großen Auslaufzonen in den Kurven als eines der sichersten Speedway-Stadien weltweit eingeschätzt. Als Fehler bei der Verwirklichung des Projektes stellte sich im Nachhinein aber das Verzichten auf einen langen Genehmigungsweg zu Gunsten eines verkürzten Verfahrens für den Stadionneubau ein. Dem Anwohnerprotest, mit dem man nicht gerechnet hatte, wurde so die Tür geöffnet. Wegen zahlreicher Einsprüche und Rechtstreitigkeiten, die sich gegen die Umwelt- und Lärmbelästigung der Rennen richteten, dürfen im Anton-Treffer-Stadion mittlerweile nur mehr zwei Motorsportveranstaltungen pro Jahr ausgerichtet werden.

              

Bruce Penhall - beim Eröffnungsrennen, unvergesslich.                                                       Bruce Penhall - der Mädchenschwarm

 


 

 

6. Rückkehr in die Speedway-Bundesliga

 

Mit den hervorragenden Bedingungen, die das neugeschaffene Stadion bot, reifte beim MSC Neustadt auch der Gedanke, erneut an der Speedway-Bundesliga teilzunehmen. Bereits 1973 hatten sich die Neustädter mit dem Nachbarverein aus Abensberg verständigt und zusammen eine Mannschaft gestellt, die jedoch 1974 wieder aufgelöst wurde. Die Neustädter Rückkehr in den Ligenbetrieb erfolgte 1982. Unter der Anleitung von Trainer Waldemar Bacik startete eine junge Neustädter Truppe, die von Martin Burger betreut wurde, in der B-Bundesliga. Schnell konnte die MSC-Mannschaft erste Erfolge feiern, was vor allem der Erfahrung Baciks – mit Landshut selbst mehrfacher Deutscher Meister im Speedway – zu verdanken war.

 

Die B-Mannschaft von 1984: Klaus Freundorfer, Peter Lichtenauer, Michale Datzmann, Jakob Konrad, Heinz Huber, Alois Pinzinger (von li.).

Durch die Erfolge angespornt, stellten die Neustädter 1984 neben einer B-Mannschaft, die fortan Hans Kirchhammer jun. betreute, auch erstmals eine Truppe für die A-Speedway-Bundesliga. Den Sprung in die höchste deutsche Speedwayklasse wagte der MSC mit den Talenten Michael Datzmann, Alois Pinzinger und Heinz Huber, die aus der Nachwuchsarbeit des Clubs hervorgegangen waren. Um die Mannschaft noch zu verstärken, verpflichtete Betreuer Burger Bacik (bisher nur Trainer) sowie DM-Finalist Peter Nieder vom MSC Pocking. Bei der A-Liga-Premiere stand dem MSC das Glück allerdings noch nicht zur Seite. Zahlreiche Stürze und Ausfälle verhinderten ein besseres Abschneiden. Vor allem Michael Datzmann hatte am Anfang noch Probleme mit seinem neu entwickelten Motorrad. Der Sohn der mehrmaligen Europameister im Seitenwagengespann, Michael und Rosamunde Datzmann, drehte seine ersten Speedway-Runden für Neustadt und sorgte auch bald Furore. Schon 1983 war Datzmann der beste deutsche B-Fahrer. Sein selbst entwickelter und in Eigenregie gebauter liegender Motor, für den er damals noch von der Konkurrenz belächelt wurde, gilt mittlerweile als technischer Standard im Speedway-Sport.

 

Deutscher Vizemeister 1985: Franz Kreimoser, Sepp Goldbrunner, Betreuer Manfred Burger, Heinz Huber, Betreuer Hans Kirchhammer (hintere Reihe von li.), Peter Nieder und Neil Evitts (vorne von li.).

Nach und nach kam die MSC-Mannschaft allerdings über die Anfangsprobleme hinweg und bereits das zweite Jahr in der höchsten Liga beendeten die Neustädter als deutscher Vizemeister. Der bis dahin größte Erfolg der Vereinsgeschichte wurde beim Abschlussrennen in Ruhpolding am 13. Juli 1985 sicher gestellt. Mit den Fahrern Peter Würtele, Heinz Huber, Klaus Freundorfer, Josef Goldbrunner, Franz Kreimoser, Neil Evitts, Armando Castagna und Marvin Cox wiederholte der MSC dieses Kunststück im darauffolgenden Jahr nochmals. Für die Neustädter wäre 1986 sogar der deutsche Meistertitel in greifbarer Nähe gewesen, hätte nicht eine gehörige Portion Pech den Triumph im letzten Moment noch verhindert. Beim entscheidenden Rennen in Landshut musste der MSC auf den Engländer Marvin Cox verzichten, der bei seiner Anreise statt Benzin irrtümlicherweise Diesel getankt hatte und deshalb in Frankfurt auf halber Strecke steckengeblieben war.

Das letzte mal in der Speedway-Bundesliga fuhr die Mannschaft des MSC Neustadt in der Saison 1987. Neben den Lokalmatadoren Kreimoser, Freundorfer, Peter Schöck und Richard Biblishauser sorgte vor allem die Verpflichtung von Castagna, dem 30-fachen Tschechischen Meister Jiri Stancl und Weltmeister Hans Nielsen erneut für ein sehr stark besetztes Team. An den Erfolg der Vorjahre konnte die Mannschaft allerdings nicht mehr anknüpfen, was nicht zuletzt an den fehlenden Trainingsmöglichkeiten lag. Während in der Anfangsphase noch einmal wöchentliche Übungsfahrten im Anton-Treffer-Stadion möglich waren, machte der Gesetzgeber und die Nachbarn mit einer Beschränkung auf lediglich zwei Läufe pro Jahr dem Verein nun endgültig einen Strich durch die Rechnung. Abhilfe konnte da auch kein Trainingslager – wie das 1987 in Castellmassa in Italien abgehaltene – schaffen.

Traurig über das Aus in der Speedway-Bundesliga war vor allem der Neustädter Speedway-Fanclub, der bereits 1983 gegründet wurde und dem auch die Fahrer Pinziger und Datzmann angehörten.

 


 

7. Neustadt: Ein feste Größe im Speedway-Zirkus

 Mit dem neu erbauten Anton-Treffer-Stadion im Rücken, das hervorragende Möglichkeiten für den Motorsport bot, machte sich der MSC Neustadt in den vergangenen 20 Jahren seit der Eröffnung der neuen Bahn dank perfekter Organisation und hochkarätig besetzter Rennen schnell ein Namen als Speedway-Veranstalter auch weit über die Grenzen Niederbayerns hinaus. Da jährlich im Schnitt zwei Speedway-Wettbewerbe ausgetragen wurden, ist die Liste der vom MSC ausgetragenen Rennen fast genauso lang wie die Aufstellung der Weltmeister, die in Neustadt schon am Start waren. Alle aufzuzählen ist daher fast ein Ding der Unmöglichkeit. Deshalb soll an dieser Stelle der Blick auf die herausragenden Akteure und Wettbewerbe fokussiert werden.

Natürlich durfte auch das größte Speedwayidol aller Zeiten in Neustadt nicht fehlen. Der mehrmalige Weltmeister Ivan Mauger aus Neuseeland ließ beispielsweise am 7. August 1983 der Konkurrenz in Neustadt vor über 6000 Besuchern erwartungsgemäß der Konkurrenz keine Chance, obwohl diese mit Bobby Schwartz und John Davies keineswegs schwach besetzt war.

 

Die Führungspersönlichkeiten des MSC mit dem Speedwayidol: Karl Zettl, Hans Kirchhammer sen.,                                                                 
Weltmeister Ivan Mauger, Stadionsprecher Helmut Korn und Hans Pfaller (v. l.)

Mit Hans Nielsen war ein weiterer mehrfacher Weltmeister Stammgast im Anton-Treffer-Stadion. Der Däne war in guter Gesellschaft: Marvin Cox, Andi Smith, Bruce Renhell und Jeremy Doncaster – um nur einige zu nennen – drehten immer wieder und vor allem gerne ihre Runden in Neustadt. Natürlich mangelte es auch nicht an Lokalmatadoren. Mit Karl Maier, Gerd Riss, Klaus Lausch und Robert Barth war auch die deutsche Elite, die in der Gunst des Publikums besonders hoch stand, oftmals in Neustadt am Start.

Doch nicht nur die Fahrer, sondern auch die Rennen waren herausragend. Der MSC, der sich in den 80ern hauptsächlich auf Prädikatsrennen konzentrierte, war beispielsweise Veranstalter des Kontinental-Finales zur Mannschaftsweltmeisterschaft (7. Juli 1985)oder das Einzel-Viertelfinale (8. Mai 1994). Auch für zahlreiche DM-Vorläufe war Neustadt Austragungsort.

 

 

Hochkarätige Fahrer und Rennen lockten die Speedway-Fans regelmäßig nach Neustadt.

 Doch in der Folgezeit wurde der MSC mehr und mehr bei der Vergabe der Rennen gegenüber anderen Vereinen benachteiligt. Statt wichtiger und interessanter Endläufe erhielten die Neustädter meist nur mehr für wenig bedeutende Vorläufe den Zuschlag. Dies hatte negative Folgen: Den hohen Kosten standen nur mehr beschränkt zugkräftige Fahrerfelder und damit auch nur mehr ein geringer Zuspruch gegenüber. Dieser resultierte allerdings auch aus dem generell nachlassenden Interesse am Speedwaysport. Neben der allgemeinen Übersättigung und dem Überangebot an Sportarten, war hierfür auch die mangelnde Qualität der deutschen Fahrer, die nicht mehr zur Weltspitze zählten, eine Ursache. Die Formel „Viele Kosten – mäßiger Erfolg“ bewog den deshalb MSC dazu von den Prädikatsrennen Abschied zu nehmen und künftig auf internationale Rennen zu setzten. Der Erfolg gab den Verantwortlichen recht. Mit eigens zusammengestellten attraktiven Fahrerfeldern und selbstgesteckten finanziellen Rahmen kam der MSC nun wieder besser über die Runden. Und die Zuschauer auf ihre Kosten, denn nun war auch die Weltklasse des Speedwaysports wieder in Neustadt dabei.

Auch beim Rahmenprogramm versuchte der MSC immer wieder Akzente zu setzten und dem Publikum interessante Darbietungen neben den Hauptrennen zu bieten. Zu den spektakulärsten Einlagen zählte sicherlich der 1991 ausgetragene Vergleichskampf zwischen einem Renntruck und einem Motorrad auf der Speedwaybahn. Trotz 1200 PS musste sich Vizeeuropameister Hans von der Marwitz damals aber dem zweirädrigen Konkurrenten knapp geschlagen geben.

 

Die Fahrer lieferten sich im Anton-Treffer-Stadion immer wieder packende Duelle um Punkte und Pokale.

 


 

8. Jugendarbeit im MSC Neustadt/Donau

Die Anfänge der Jugendgruppe


 Nachdem es über viele Jahre nicht möglich war, für den MSC jugendliche Motorsportfreunde als Mitglieder zu gewinnen, hatte man sich um eine sportliche Veranstaltung speziell für Jugendliche bemüht. Was lag damals näher, als Seifenkistenrennen durchzuführen. Das Interesse an solchen Veranstaltungen war sehr groß und dankenswerter Weise hatte sich auch die Gemeinde Irnsing bereit erklärt, die Durchführung der Seifenkistenrennen weitgehendst zu unterstützen. Als Rennstrecke hatte man die Kreisstraße zwischen Irnsing und Pirkenbrunn festgelegt. Dort fand man die idealen Verhältnisse vor, die die alljährliche Durchführung des Vorlaufes um den großen Opelpreis ermöglichten. Der Sieger des jeweiligen Vorlaufes war zur Teilnahme am "Deutschen Seifenkistl-Derby", welches in Duisburg stattfand, berechtigt. In den 5 Jahren, an denen diese Seifenkistenrennen stattfanden, gab es also immer wieder einen Sieger aus der näheren Umgebung von Neustadt, der in Duisburg bei der Deutschen Meisterschaft mit dabei sein durfte. Dem MSC Neustadt ging es bei diesen Veranstaltungen vor allem darum, technische Talente zu wecken und sie als Nachwuchskräfte zu gewinnen.

Dies alles ist in diesen 5 Jahren dem MSC Neustadt gemeinsam mit der Gemeinde Irnsing in hohem Maße gelungen, denn jedes Mal waren die Jungen mit Interesse und Begeisterung bei der Sache. Leider werden diese Seifenkistenveranstaltungen seit 1971 nicht mehr durchgeführt, weil durch den Wegfall des großen "Opelpreises" derlei Veranstaltungen nicht mehr abgehalten werden.

Dass die Seifenkistenrennen in Irnsing immer ausgezeichnet vorbereitet waren und auch bei den Besuchern sehr gut ankamen, geht aus oft begeisterten Presseberichten aus dieser Zeit hervor. So berichtet z.B. die Mittelbayerische Zeitung vom Seifenkistl+Derby 1968, an dem als Ehrengast Olympiasieger und Weltmeister Erhard Keller aus München teilnahm:

“lrnsing. An allen Ortseingängen von Irnsing stand auf großen Transparenten "Herzlich willkommen", als der MSC Neustadt in Verbindung mit der Gemeinde Irnsing zum zweitenmal den Vorlauf für die Bundesmeisterschaft im Seifenkistl-Derby veranstaltete. Das Wetter meinte es diesmal nicht gut mit den Irnsingern. Trotzdem kamen viele Zuschauer und die jungen Rennfahrer zeigten vorzügliche Leistungen. Erster Sieger wurde in allen Läufen der Irnsinger Josef Süßbauer, der den von der Gemeinde Irnsing gestifteten Pokal errang. Außerdem gewann er auch den Landratspokal und erhielt noch zusätzlich als bester Irnsinger den von Bürgermeister Zangl gestifteten Pokal.“

26 Fahrer nahmen am Hauptrennen, das in zwei Läufen durchgeführt wurde, teil. Folgende Plätze wurden belegt:

1. Süßbauer Josef, Irnsing, Tagesbestzeit von 2,13,2

2. Grabinger Peter Kelheim 2,13,9

3. Nickl Xaver Train 2,14,4 Minuten.

4. Vogl Franz Neustadt/Do.

5. Süßbauer Franz Neustadt/Do.

Wenn auch die Seifenkistenrennen nicht mehr stattfinden konnten, sollte es aber für den MSC Neustadt kein Grund dafür sein, die Jugendarbeit künftig zu vernachlässigen oder gar einzustellen. Das Bestreben ging dahin, innerhalb des MSC eine Jugendgruppe ins Leben zu rufen. Auf Antrag von Jugendleiter Herbert Petsch beschloss die Mitgliederversammlung am 22. Dezember 1972 die Bemühungen um den Aufbau einer Jugendgruppe weitgehendst zu unterstützen.

 

(Bild14: Jugendleiter Herbert Petsch (stehend, 2. von li.) im Kreise seiner vor allem bei ADAC-Mofa-Turnieren erfolgreichen Jugendgruppe.)

 

Nach Jahren ergebnisloser Mühe war es also gelungen, eine Jugendgruppe aufzustellen, die, wie der Jugendleiter in der Jahreshauptversammlung am 17. März 1973 berichten konnte, inzwischen bereits 23 Mitglieder zählte. Die Mitgliederversammlung und die Vorstandschaft waren sich darin einig, der Jugendarbeit im MSC künftig viel Augenmerk zu schenken und ihr jede materielle und ideelle Unterstützung seitens der Altmitglieder zuteil werden zu lassen. Das Bemühen des MSC gemeinsam mit dem Jugendleiter war auch erfolgreich, denn bereits ein Jahr später hatte sich die Zahl der jugendlichen Mitglieder auf 33 erhöht, womit die Neustädter Jugendgruppe die stärkste unter 13 Ortsclubs war.

In den ersten Monaten ihres Bestehens - es waren die Wintermonate - hatte man sich in der Jugendgruppe vor allem mit Verkehrserziehung befasst. Die einzelnen Unterrichtsabende waren von den jungen Motorsportlern immer gut und mit Interesse besucht.

Es blieb aber nicht nur bei den Unterrichtsabenden, sondern bereits im Gründungsjahr 1973 hatte sich die Jugendgruppe allerhand vorgenommen. Auf dem Programm standen Zeltlager, Moped- und Fahrradturniere.

Das große ADAC-Fahrradturnier 1973 unter dem Motto "Wer ist Meister auf zwei Rädern" fand auf dem Schulhof in Neustadt statt. An diesem Turnier beteiligten sich 77 Jungen und Mädchen der Geburtsjahrgänge 1958 bis 1965.

Sinn und Zweck des Fahrradturniers "Wer ist Meister auf zwei Rädern" sollte sein, die Schuljugend zu sicherem und verkehrsgerechtem Radfahren - auch unter schwierigen Bedingungen - anzuhalten. Die Sieger erhielten sehr schöne Preise und man darf davon ausgehen, dass die Veranstaltung Sinn und Zweck erfüllt hat. Die Leitung des Turniers lag in den Händen von Jugendleiter Herbert Petsch, Sportleiter Hans Kirchhammer und Rennleiter Karl Zettl, Schriftführer Erich Fuchs und Frau Gschlößl.

1974 nahm die Jugendgruppe außerdem am Gaujugendtreffen in Hausham am 12./13. Oktober 1974 teil. Bei diesem Treffen konnte die Jugendgruppe des MSC Neustadt unter 84 Teilnehmern den 1. Platz belegen.

Dieser Erfolg war für die Neustädter MSC-Jugend umso erfreulicher, als an diesem Treffen nicht nur Jugendgruppen aus dem süddeutschen Raum, sondern auch aus den verschiedensten Bundesländern teilgenommen haben. Die Mittelbayerische Zeitung schrieb dazu: „Einzel- und Mannschaftssieg für die MSC-Jugend Neustadt - Beim Gaujugendtreffen des ADAC-Gau Südbayern in Hausham konnte Erich Polz beim Mofa- und Mopedturnier unter 84 Teilnehmern den 1. Platz belegen. Auch in der Mannschaftswertung konnte das Neustädter Team E. Polz, F. Vogl und W. Steinsdorfer ihre Gegner schlagen und mit nur einem Strafpunkt den 1. Platz belegen.“

Neben Moped- und Fahrradturnieren unternahm die Jugendgruppe 1975 auch eine Sternfahrt nach Oberstaufen mit zehn Motorrädern und einem PKW. Die Neustädter Jugend war dort als stärkste Gruppe des ADAC Gau Südbayern vertreten. In der internationalen Wertung waren die Neustädter die zweitstärkste Gruppe. Sie erhielten dafür zwei Pokale. Die zweite Sternfahrt des Jahres ging nach Herisau. Hier erreichte die Neustädter Jugendgruppe in der Clubwertung den 2. Platz. In der Autoeinzelwertung erreichten sie den 68., 74., 75. und 76. Platz bei insgesamt 128 Teilnehmern. In der Damenwertung erreichten sie den 4. Platz. Die Motorradfahrer kamen auf die Plätze 45, 55, 56,57, 58, 59, 60 und 61.

Der Mitgliederstand der MSC-Jugendgruppe Neustadt betrug zum 1. Januar 1976 insgesamt 36.

Eine der stärksten Jugendgruppen des Gaus

 Ab 1978 betreute Lothar Ziegler die Jugendgruppe. Dem neuen Jugendleiter gelang es, die Mitgliederzahl kontinuierlich zu steigern. Allein in den ersten beiden Jahren seiner Tätigkeit warb er über 20 Jugendliche, die an sportlichen Veranstaltungen wie Fahrrad-, Tretcar- oder Moped-Turnieren teilnahmen. Erste Erfolge galt es in letztgenannter Disziplin bereits 1980 zu feiern, als Siegfried Amesreiter den Titel des Gauvizemeisters für den MSC Neustadt errang.

Neben der Teilnahme an Turnieren standen allerdings auch gemeinsame Ausflüge auf dem Programm. So besuchte die Jugendgruppe zahlreiche Motorsport-Veranstaltungen, unternahm Berg- und Skitouren und führte Fahrten auf der Donau mit dem selbstgebauten Floß durch. Auch das gesellige Miteinander kam natürlich nicht zu kurz, galt es doch gemeinsame Nikolaus-, Faschings-, oder Sommernachtsfeiern zu arrangieren. Die Jugendlichen machten sich auch für den MSC nützlich, indem sie die Bewirtung bei den Rennveranstaltungen des Vereins übernahmen und durch die Einnahmen einen beträchtlichen Beitrag zu deren Finanzierung leisteten. Doch nicht nur deshalb blickte der MSC Anfang der 80er Jahre stolz auf seine Jugendgruppe, schließlich war sie mit inzwischen 60 Aktiven eine der mitgliederstärksten des ADAC-Gaus Südbayern.

Mitte der 80er Jahre war die Teilnehmerzahl aber bereits wieder rückläufig, was getrost als Generationenproblem zu bezeichnen ist. Viele der ehemaligen Jugendlichen waren inzwischen erwachsen und zu ordentlichen Mitgliedern des MSC Neustadt geworden, so dass bald nur noch ein kärglicher Rest der ursprünglichen Teilnehmerzahl übrig war. Zum Teil sind die Angehörigen der damaligen Jugendgruppe aber heute immer noch aktiv im Verein tätig und bekleiden sogar Aufgaben in der Vorstandschaft.

 


 

Neuanfang mit Kart-Sport

 Die Idee, vom ADAC ein motorisiertes Go-Kart auszuleihen, um damit ein Jugendturnier zu bestreiten, markierte 1989 den Neuanfang der Jugendgruppe, die übergangsweise von Heribert Obermeier betreut wurde. Bestärkt durch den großen Erfolg der ersten Veranstaltung beschloss der Verein ein eigenes Kart anzuschaffen. Bereits 1990 konnte der MSC das Fahrzeug an die Jugendlichen zwischen acht und 18 Jahren übergeben, die damit Fahrpraxis sammeln und an Wettkämpfen teilnehmen sollten. Durch einen rund 5,5 PS starken Viertaktmotor können mit dem Kart Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern erreicht werden. Allerdings ist nicht Geschwindigkeit Trumpf, sondern ein beherrschter, sauberer Fahrstil und gutes Reaktionsvermögen. Fähigkeiten, wie sie im Straßenverkehr von den jungen Verkehrsteilnehmern verlangt werden. Bei der Bewältigung der mit Pilonen gesteckten Parcours ist deshalb vor allem Geschicklichkeit gefragt.

Die MSC-Nachwuchstalente messen sich seit 1990 in der Donau-Pokal-Serie mit Fahrern aus Abensberg, Hemau, Ergoldsbach, Kelheim, Pfaffenhofen und Regensburg. Dank einer großzügigen Spende des Autohauses Koller aus Bad Gögging können sie dabei seit 1994 auch auf ein zweites Kart zurückgreifen.

Neben dem Donau-Pokal haben die jungen Sportler am IN-Cup (zusammen mit Ingolstadt, Freising, Vohburg u.a.), Stadtmeisterschaften und sogar Bayerischen Meisterschaften teilgenommen. Der größte Erfolg gelang dabei 1997 Robert Grimm mit dem Gewinn der Bayerischen Meisterschaft in seiner Altersklasse.

Seit drei Jahren leitet nunmehr Ulrike Zott die Jugendgruppe, nachdem sie diese Aufgabe von Josef Süßbauer übernommen hat. Ihr Sohn Hans-Georg fungiert zudem seit 1999 als Trainer. Trotz der erfolgreichen Arbeit interessierten sich zuletzt nur mehr wenige Jugendliche für das Kart-Team des MSC, weshalb das Augenmerk der Verantwortlichen derzeit auf dem gezielten Aufbau der Jugendgruppe liegt.

 

(Bild 15+16 (Collage?): Kart-Turnier des MSC am Volksfestplatz)


 

9.Vorstandswahlen:

 

 1951 (Gründungsversammlung)

1. Vorsitzender: Dr. Hans Auers

2. Vorsitzender: Andreas Erdl

Schriftführer: Sebastian Ringlstetter

Schatzmeister: Hans Englert

 

1952

1. Vorsitzender: Georg Weinbauer

2. Vorsitzender: Josef Pollin

Schriftführer: Ernst Spickernagel

Schatzmeister: Hans Englert

 

1954

1. Vorsitzender: Georg Weinbauer

2. Vorsitzender: Josef Pollin

Schriftführer: Ernst Spickernagel

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1956

1. Vorsitzender: Georg Weinbauer

2. Vorsitzender: Anton Kraus

Schriftführer: Ernst Spickernagel

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1958

1. Vorsitzender: Georg Weinbauer

2. Vorsitzender: Hans Wimmer

Schriftführer: Ernst Spickernagel

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1962

1. Vorsitzender: Georg Weinbauer

2. Vorsitzender: Hans Wimmer

Schriftführer: Ernst Spickernagel

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1964

1. Vorsitzender: Georg Weinbauer

2. Vorsitzender: Jakob Feigl

Schriftführer: Sebastian Ringlstetter

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1966

1. Vorsitzender: Georg Weinbauer

2. Vorsitzender: Willi Scheiter

Schriftführer: Sebastian Ringlstetter

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1968

1. Vorsitzender: Georg Weinbauer

2. Vorsitzender: Hans Pfaller

Schriftführer: Sebastian Ringlstetter

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1970

1. Vorsitzender: Hans Pfaller

2. Vorsitzender: Andreas Erdl

Schriftführer: Erich Fuchs

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1972

1. Vorsitzender: Hans Pfaller

2. Vorsitzender: Sebastian Ringlstetter

Schriftführer: Erich Fuchs

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1974

1. Vorsitzender: Hans Pfaller

2. Vorsitzender: Karl Zettl

Schriftführer: Erich Fuchs

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1976

1. Vorsitzender: Hans Pfaller

2. Vorsitzender: Andreas Erdl

Schriftführer: Annemarie Gschlössl (ab 10. Dezember 1976: Karl Zettl)

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1978

1. Vorsitzender: Hans Pfaller

2. Vorsitzender: Karl Zettl

Schriftführer: Erich Fuchs

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1980

1. Vorsitzender: Hans Pfaller

2. Vorsitzender: Karl Zettl

Schriftführer: Erich Fuchs

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1982

1. Vorsitzender: Hans Pfaller

2. Vorsitzender: Karl Zettl

Schriftführer: Werner Wüst

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1984

1. Vorsitzender: Hans Pfaller

2. Vorsitzender: Karl Zettl

Schriftführer: Wolfgang Brotsack

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1986

1. Vorsitzender: Hans Pfaller

2. Vorsitzender: Hans Kirchhammer sen.

Schriftführer: Wolfgang Brotsack

Schatzmeister: Andreas Trinkl

 

1988

1. Vorsitzender: Hans Pfaller (ab 1989 Hans Kirchhammer sen.)

2. Vorsitzender: Hans Kirchhammer sen. (ab 1989 Karl Zettl)

Schriftführer: Wolfgang Brotsack

Schatzmeister: Erich Fuchs

 

1990

1. Vorsitzender: Hans Kirchhammer sen.

2. Vorsitzender: Karl Zettl

Schriftführer: Siegfried Hartl

Schatzmeister: Wolfgang Brotsack

 

1992

1. Vorsitzender: Hans Kirchhammer sen.

2. Vorsitzender: Karl Zettl

Schriftführer: Siegfried Hartl

Schatzmeister: Wolfgang Brotsack

 

1994

1. Vorsitzender: Hans Kirchhammer sen.

2. Vorsitzender: Karl Zettl

Schriftführer: Siegfried Hartl

Schatzmeister: Wolfgang Brotsack

 

1996

1. Vorsitzender: Hans Kirchhammer sen.

2. Vorsitzender: Karl Zettl

Schriftführer: Siegfried Hartl

Schatzmeister: Wolfgang Brotsack

 

1998

Vorsitzender: Karl Zettl

Geschäftsführender Vorsitzender: Hans Kirchhammer jun.

Schriftführer: Siegfried Hartl

Schatzmeister: Wolfgang Brotsack

 

2000

Vorsitzender: Karl Zettl

Geschäftsführender Vorsitzender: Hans Kirchhammer jun.

Schriftführer: Martin Aschenauer

Schatzmeister: Wolfgang Brotsack

Rennleiter: Martin Burger

Rennsekretär: Kurt Schwiebrowski

Sportleiter: Heribert Obermeier

Touren- und Gesellschaftsleiter: Ludwig Bindorfer

PR und Werbung: Anton Fischer, Peter Holzner, Hans Fock

Jugendleiterin: Ulrike Zott

Gerätewart: Wolfgang Grundler

Maschinen und Anlagen: Josef Mirlach

Bahnunterhaltung und Fahrerlager: Xaver Riedmeier, Hermann Götz

Festveranstaltungen: Martin Aschenauer

Rechnungsprüfer: Günther Rosenhammer

Zur besonderen Verfügung: Franz Spielbauer

Marketing: Josef Härtl

 

10. Pfaller und Kirchhammer: Zwei Vorsitzende die den MSC Neustadt prägten

Innerhalb von nur wenigen Jahren hatte der MSC gleich zwei kaum zu ersetzende Verluste zu beklagen: Sowohl der Tod des Vorsitzenden Hans Pfaller 1988 als auch der seines Nachfolgers Hans Kirchhammer sen. 1997 hinterließen kurz hintereinander große und schmerzliche Lücken im Verein.

Wie kein Zweiter prägte Hans Pfaller den MSC Neustadt. Über 18 Jahre leitete Pfaller, seit 1970 im Amt, die Geschicke des Vereins. Zu seinen größten Leistungen gehörten zweifellos seine ausdauernden Bemühungen um den Bau des Anton-Treffer-Stadions, die 1981 von Erfolg gekrönt wurden. Nicht umsonst galt Pfaller, der sich auch im Neustädter Stadtrat engagierte, deshalb als unermüdlicher „Motor“ und Ankurbler“ des Vereins. 1988, während seiner zehnten Amtszeit, verstarb er plötzlich und überraschend.

 

(Bild 18: Hans Pfaller (li.) und sein Nachfolger Hans Kirchhammer sen.)

 Ebenso unerwartet verstarb nur neun Jahre später Hans Kirchhammer sen., der die Nachfolge Pfallers 1989 antrat und bis zu seinem Tode 1997 mit der Leitung des MSC betraut war. Schon zuvor hatte er sich als Rennleiter und später als zweiter Vorsitzender sehr um den Verein verdient gemacht. Als Funktionär im Bereich des Speedwaysports machte sich Kirchhammer allerdings nicht nur in Neustadt einen Namen, sondern erlangte im gesamten ADAC Gau Südbayern große Bekanntheit. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass ihn der ADAC bei der Ausrichtung des Speedway-Weltfinales 1989 in München mit der verantwortungsvollen Aufgabe des Bahnbaus bedachte. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass die Rennen im Olympiastadion stattfanden. Fast zwei Jahre Planung und zahlreiche Detailtests waren notwendig, damit aus 1 630 Tonnen rotem Sand auf der vorhandenen Tartanbahn eine Speedwaybahn entstehen konnte, die höchsten Ansprüchen gerecht wurde.

 

(Bild 19: Hans Kirchhammer (re.) beim Speedway-Weltfinale in München 1989 zusammen mit Weltmeister Erik Gunderson (Mitte) und Stadionsprecher Helmut Korn (li.).)

 Allen Befürchtungen zum Trotz verlor der MSC auch nach dem Tod von Pfaller und Kirchhammer nicht an Bedeutung und auch Großveranstaltungen wurden weiterhin in gewohnter Art und Weise durchgeführt. Mit vereinten Kräften wurde die Arbeit der Beiden, der man sich nach wie vor verpflichtet sieht, fortgeführt. Allerdings ist die Geschichte des Vereins in erster Linie die Geschichte von Hans Pfaller und Hans Kirchammer sen. Wer an den MSC denkt, der denkt vor allem an die beiden verstorbenen Vorstände.

 


 

11. Mit Oldtimern voll im Trend

 Nicht mehr wegzudenken aus dem jährlichen Veranstaltungskalender der Stadt Neustadt ist das Oldtimer-Treffen des MSC. Seit 1988 bereichert die Zusammenkunft der liebevoll gepflegten „betagten Schnauferl“ als fester Bestandteil das altbayerische Stadtfest. Auf Einladung des inzwischen verstorbenen ehemaligen Vorstandes Hans Pfaller kamen zur Premiere 30 Teilnehmer nach Neustadt. Mittlerweile kann sich Heribert Obermeier, der maßgeblich mit der Organisation betraut ist, auf bis zu 140 Fahrzeuge freuen, was nicht zuletzt auf Mundpropaganda unter den Oldtimerliebhabern zurückzuführen ist. Ein großer Teil davon zählt schon zur Stammkundschaft und nimmt auch über 600 Kilometer lange Anreisen in Kauf, um bei der beliebten MSC-Veranstaltung dabei zu sein.

Genaugenommen handelt es sich dabei nicht nur um ein Treffen, sondern um eine Rallye. Auf einer rund 45 Kilometer langen Ausfahrt gilt es für die Teilnehmer den Beweis anzutreten, dass ihre zum Teil schon über 90 Jahre alten Oldies noch immer gut in Schuss sind. Auf der Etappe, die durch das Neustädter Umland führt, sind zudem kleine Sonderprüfungen zu lösen. Beispielsweise gilt es bei der Bewältigung der fahrtechnischen Aufgaben möglichst genau an ein Hindernis heranzufahren. Pokale gibt es die für sportliche Leistung aber trotzdem nicht, Schnelligkeit oder Geschicklichkeit stehen eher im Hintergrund. Prämiert werden die ältesten Fahrzeuge jeder Kategorie, die größte Gruppe und die weiteste Anreise. Aber nicht nur das Alter des Fahrzeugs zählt, auch der Teilnehmer, der selbst das älteste Baujahr vorweisen kann, darf sich über einen Preis freuen. Offiziell gibt es drei Kategorien: Automobile, Motorräder ohne Beiwägen und Motorräder mit Beiwägen. Die Klassenenteilung wird allerdings nicht so ernst genommen. Neben in die Jahre gekommen Fahrrädern waren auch schon zahlreiche Bulldogs am Start, der älteste davon ein Lanz aus dem Jahre 1929. Teilnahmebedingung für alle Gefährte ist allerdings ein Mindestalter von 30 Jahren.

 

(Bild 20: Vorstand Hans Kirchhammer jun. eröffnet die Jubiläums-Oldtimer-Rallye 2001. Im Hintergrund der Wanderer W23 von 1938.)

 

Pech hatte der MSC schon mit dem Wettergott, denn einmal, 1996, musste die Veranstaltung wegen starken Regenfällen ausfallen. Normalerweise lassen sich Oldtimerfreunde aber auch vom schlechten Wetter die Stimmung nicht trüben. Dieses Jahr, dem Jubiläumsjahr des MSC Neustadt, kamen trotz Regen immerhin 96 Fahrzeuge, darunter 63 Autos. Prunkstück war dabei der Wanderer W 23 aus dem Jahre 1938, der mit 62 PS 115 Stundenkilometer Spitze schafft, eine Leihgabe des Audi-Museums Ingolstadt. Daneben gab es für die zahlreichen Besucher, für die die Ausstellung der Fahrzeuge in der Herzog-Ludwig-Strasse sicherlich den Höhepunkt darstellt, noch zahlreiche andere charakteristische Exemplare der frühen Automobilgeschichte zu sehen. Neben alten BMWs und diversen Gefährten aus den 30er Jahren gab es auch einen Cadillac Sedan Seville, ein wahres „Schiff“ aus der Nachkriegszeit, zu bewundern . Richtig „jugendlich“ erscheinen diese Teilnehmer aber im Vergleich zum ältesten Fahrzeug, das je am Start war – ein Lefrance Baujahr 1914.

Angespornt vom jährlichen Aufmarsch der gepflegten Oldies, sind mittlerweile auch Neustädter und auch viele MSC-Mitglieder zu Fans der historischen Vehikel geworden. Alte Motorräder und Autos die in Eigenregie liebevoll generalüberholt werden, zeugen vom Trend: Oldtimer sind in!

 


 

12. Verkehrsprobleme in Neustadt/Donau

Der MSC Neustadt befasst sich nicht nur mit motorsportlichen Dingen, er hat sich in den letzten Jahren auch mit Verkehrsproblemen in der Stadt Neustadt beschäftigt. Wiederholt wurden der Stadt Neustadt Vorschläge zur Verbesserung von Verkehrsengpässen in Neustadt unterbreitet und diese im Einvernehmen mit der Polizei diskutiert. Sowohl bei der Stadt als auch beim zuständigen Verkehrsreferat der Polizei sind die Vorschläge des MSC mit großem Verständnis aufgenommen worden, zahlreiche Verkehrsprobleme (Verbesserung von Parkverhältnissen, Entschärfung von Unfallschwerpunkten, Errichtung von Gehwegen) konnten in der Zwischenzeit dank des Entgegenkommens und der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Neustadt bereinigt werden.

Neubau B 299: MSC als Vorreiter

 Früher als alle anderen erkannte der MSC auch die Notwendigkeit einer Verkehrsentlastung des Neustädter Stadtbereichs. Bereits 1979 plädierte der Verein deshalb für einen Neubau der B299. Ein Auszug aus einer damaligen Stellungsnahme des MSC: „Die Verkehrsbelastung im Ortsbereich wird im allgemeinen steigen, weil die Zahl der PKWs noch zunehmen wird. (...) Anzustreben ist aber eine allgemeine Verkehrsberuhigung im Stadtbereich, wie sie in anderen Städten mit verstärktem Einsatz aller Beteiligten angestrebt wird und in Neustadt ebenfalls nicht vernachlässigt werden darf. (...) Durch die Verkehrsberuhigung wird die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern im allgemeinen und Schülern im besonderen erhöht.“

 

(Bild: MZ-Artikel B299.jpg (auf Diskette): Die Mittelbayerische Zeitung berichtete 1979 über das Engagement des MSC Neustadt.)

 Die Argumente des MSC pro Neubau B299 fanden sowohl bei der Obersten Baubehörde als auch beim ADAC Gau Südbayern Zustimmung und Unterstützung. Allerdings agierte der für die Entscheidung zuständige Stadtrat damals nur halbherzig, obwohl das Projekt für die Stadt keine Kosten aufgeworfen hätte. Der Bau der Strecke steckte deshalb über ein Jahrzehnt im Planungsstadium fest.

Erst unter Bürgermeister Hans Gigl kam das Projekt ins Rollen, was nicht zuletzt dem MSC zu verdanken ist. Zusammen mit dem ADAC Gau Südbayern gelang es dem Verein den damaligen Staatssekretär Alfred Sauter nach Neustadt zu holen. In einem Gespräch mit dem Bürgermeister schlug Sauter ein Vorfinanzierung der Straße vor und ermöglichte so eine schnellere Verwirklichung des Projektes, das ansonsten vor 2010 nicht zu realisieren gewesen wäre. Die Umgehungsstraße von der Donaubrücke bis zur B16 in der Nähe der Eröl-Raffinerie Neustadt wurde schließlich 1998 nach mehrjähriger Bauzeit vollendet. Der Neubau der B299 kam der Stadt Neustadt allerdings mit Gesamtkosten von immerhin 10 Millionen Mark teuer zu stehen. Geld, das gespart werden hätte können, wenn man sich bereist 1979 den vorausschauenden Argumenten des MSC Neustadt schon eher angeschlossen hätte.

Auch weiterhin wird der MSC die Verkehrsprobleme in Neustadt beobachten und - soweit erforderlich - geeignete Vorschläge machen. Der Verkehrsreferent des MSC, Georg Oberschmid, wird also weiterhin im engsten Einvernehmen mit den zuständigen Stellen um die Verkehrsprobleme in Neustadt zum Nutzen der Allgemeinheit tätig bleiben.


 

13. Soziales, gesellschaftliches und sportliches Engagement des MSC

 Im Mittelpunkt der Arbeit des MSC Neustadt steht – wie sollte es auch anders sein – der Motorsport. Stets zeigte der Verein in den vergangenen 50 Jahren aber auch soziales und gesellschaftliches Engagement. Hilfsbereitschaft wurde nicht nur durch Spendenaktionen (Gelder wurden in der Vergangenheit beispielsweise zur Anschaffung eines Notarztwagens oder für das Offenstettener Behindertenheim zur Verfügung gestellt) demonstriert, sondern auch durch eigens organisierte Aktivitäten und Veranstaltungen.

 

(Bild 21: „Eine der schönsten Vereinsarbeiten“: Das Geschicklichkeitsturnier für Rollstuhlfahrer. Rechts: Organisator Georg Oberschmid.)

 Dazu zählt auch das Geschicklichkeitsturnier für Rollstuhlfahrer, dass der MSC gemeinsam mit dem Neustädter Kontaktkreis Behinderte / Nichtbehinderte (KBN) ausrichtete. Für Heribert Obermeier und Georg Oberschmid, die die Veranstaltung seit ihrer Premiere 1990 betreuen, ist es nicht nur wegen des sozialen Charakters, der auf eine bessere Integration Behinderter in unserer Gesellschaft abzielt, „eine der schönsten Vereinsarbeiten.“ Den Teilnehmern bereitete das Geschicklichkeitsturnier – die in verschiedene Gruppen eingeteilten Rollstuhlfahrer müssen einen mit Hindernissen gespickten Parcours auf dem Volksfestplatz möglichst fehlerfrei bewältigen – und auch die zusätzlich angebotene Bildersuchfahrten durch Neustadt - dabei müssen anhand einer Wegskizze Bilder gefunden werden – immer große Freude. Die Bewirtung mit Speisen und Getränken machten die Veranstaltung immer wieder zu einem gelungenen Fest, bei dem sich auch die Politprominenz aus Stadt und Landkreis gerne sehen ließ.

 

(Bild 23: Der mehrmalige Rallyeweltmeister Walter Röhrl schulte in Neustadt Autofahrer zum Thema Sicherheit im Straßenverkehr)

 Ein anderes Anliegen des MSC war und ist es, die Sicherheit und die Fähigkeiten der Verkehrsteilnehmer –vornehmlich der jüngsten – zu erhöhen. Neben dem Sicherheitstraining für Autofahrer führte der Verein deshalb auch Fahrradturniere durch. Ziel dieser Veranstaltungen (bei denen bis zu 40 Schülerinnen und Schüler) ist es, Unfällen von Kindern vorzubeugen und damit auch deren Gesundheit, sowie deren Freude am Radeln zu erhalten.

 

(Bild 22: MSC-Fahrradturnier: Perfektion im Straßenverkehr für junge Fahrradfahrer.)

 

Doch auch das gesellschaftliche Engagement kam in den vergangenen Jahren natürlich nicht zu kurz. Neben Faschingsveranstaltungen, Ausfahrten oder geselligen Zusammenkünften leistete der MSC Neustadt auch einen Beitrag zur Völkerverständigung. Im Zuge der Städtepartnerschaft zwischen Recoaro und Neustadt entstand auch zischen den Motorsport-Clubs der beiden eng verbunden Gemeinden eine Freundschaft. Wechselseitige Besuche und gemeinsame Ausfahrten gehören seitdem fest zum Vereinsprogramm. Gern und oft gesehener Gast ist der rund 200 Mitglieder zählende Motorrad-Club aus der italienischen Partnerstadt traditionell bei Volks- und Stadtfest.

Nicht vergessen werden dürfen auch die sportlichen Aktivitäten des Vereins. Der MSC verdiente sich nicht nur in der Ausrichtung von Motorsportereignissen ständig Bestnoten, sondern auch in deren Ausübung. Hervorzuheben sind hier die Sportfahrer des Vereins, die sich aktiv am Sportgeschehen bis über die bayerischen Grenzen hinaus beteiligten. Unter der Leitung von Hans Süßbauer erzielten die MSC-Teilnehmer Ende der 70er und Anfang der 80er bei diversen Club-Slaloms beachtliche Erfolge und sammelten zahlreiche Pokale für den Verein.


 

14. Hochwasser 1999

 Wie viele andere Neustädter Bürger und Institutionen blieb auch der MSC vom verheerenden Hochwasser, das an Pfingsten 1999 weite Teile der Stadt überschwemmte und viele Menschen an den Rande des Ruins trieb, nicht verschont. Insgesamt hatte der Verein einen Schaden von rund 100.000 Mark zu beklagen, da die Wassermassen auch vor dem Anton-Treffer-Stadion nicht halt machten.

Der vereinseigenen Bahnwalze reichte das Wasser bis zum Motor, dem Schleifenfahrzeug sogar fast bis zum Dach. Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde neben dem Fahrerlager auch die Bahn und deren Belag. Zusätzlich traf es auch noch die elektrischen Einrichtungen. Vom Telefon über die Schreibmaschine und Fax bis hin zum Kopierer machten die Fluten die komplette Infrastruktur des MSC praktisch über Nacht zunichte. Die MSC-Jugendgruppe hatte zudem den Verlust ihrer Karts zu verschmerzen.

Vom ADAC und vom Landkreis Kelheim großzügige Hochwasserhilfen. Den Großteil des Schadens behob der MSC aber in Eigenregie. Die Mitglieder des Vereins legten selbst Hand an, erledigten von den Aufräum- bis hin zu den Malerarbeiten alles selbst, und trugen so zur Sanierung des Stadions bei, ohne der Stadt Neustadt zur Last zu fallen. Mittlerweile ist Dank des Einsatzes des MSC nichts mehr vom ursprünglichen Schaden zu sehen.