Wolfgang Arbeitshauser (MZ) 03.06.2024

Ein besonderer Wettbewerb feiert in Neustadt seine Premiere.

Neustadt ist ein Ort mit Motorsportgeschichte. Der fügt der MSC am 23. Juni ein weiteres Kapitel hinzu. Es ist nicht auszuschließen, dass es in der Zukunft eine Traditionsveranstaltung ablösen wird.
„Wir stellen heuer erstmals eine Oldtimer-Gleichmäßigkeitsfahrt auf die Beine“, berichtet MSC-Organisationsleiter Armin Brenner. Dabei geht es, kurz gesagt, darum, dass Fahrer mit ihren Autos eine bestimmte Strecke in einer vorgegebenen Zeit absolvieren müssen. Es gewinnt also nicht der schnellste, sondern der genaueste Fahrer. Brenner geht davon aus, dass es sich zu einer regelmäßigen Veranstaltung in Neustadt a. d. Donau entwickeln wird, sofern die Resonanz gut ist.
Der geschäftsführende Vorsitzende Hans Kirchhammer räumt ein, dass man mit diesem Wettbewerb eine Alternative zum Speedway aufbauen wolle. Bekanntlich fand das letzte Rennen im Stadion vor zwei Jahren statt.
Aufgrund des Rennkalenders der professionellen Ligen könne man immer weniger garantieren, dass deutsche Fahrer am Start sind. Vor allem sei man hier von Entscheidungen in der polnischen Liga abhängig.
Oder als Renntag werde ein Samstag vorgeschlagen, an dem es in Neustadt aber schlichtweg zu wenige Zuschauer gäbe. Deshalb sei man heuer vom Plan abgerückt, einen Europameisterschaftslauf auszurichten.

Eine Alternative gesucht

Und so habe man überlegt, was man stattdessen anbieten könne. Relativ schnell sei dann eine Oldtimer-Gleichmäßigkeitsfahrt in den Blick geraten. „Wir haben Mitglieder, die bei solchen Wettbewerben mitmachen.“ Brenner selbst ist so ein Beispiel, auch Ingo Dillinger aus Bad Gögging. Außerdem habe es in Neustadt a. d. Donau früher schon Oldtimerwettbewerbe gegeben. Kirchhammer erinnert an Slalomrennen am Westhang.
Brenner nennt einen weiteren Grund für die Entscheidung. Die Oldtimerfamilie sei eine riesengroße Fangemeinde, zu der man wegen der jährlichen Veranstaltungen im Rahmen des Stadtfestes gute Kontakte habe.
60 Teilnehmer sollen am 23. Juni an den Start gehen. Schon diese Zahl mache 30 freiwillige Helfer notwendig, um alles gut über die Bühne zu bringen. Die Anmeldephase habe laut Brenner gerade begonnen. Nach den Erfahrungen der Premierenveranstaltung wolle man dann überlegen, ob bei kommenden Auflagen mehr Starter möglich sind.

Fahrer aus ganz Altbayern

Brenner schätzt, dass wohl Fahrer aus ganz Altbayern nach Neustadt a. d. Donau kommen werden. Einen entsprechenden Einzugsbereich kenne er von den Veranstaltungen, an denen er selbst teilnehme. Das Fahrerfeld werde wohl bunt gemischt sein. Oft wären sowohl frühere Profifahrer gemeinsam mit Oldtimerfreunden, die ihr Fahrzeug einfach bewegen wollen, gemeinsam am Start.
Der Start am 23. Juni erfolgt um 10 Uhr im Stadion. Hier sei für interessierte Neustädter erstmals eine gute Möglichkeit, die teilnehmenden Fahrzeuge in den Blick zu nehmen. Nach dem Start geht es in mehreren Schleifen quer durch den Landkreis. Die Strecke führt dabei unter anderem durch Abensberg, Siegenburg Kelheim, Rohr, Saal, Münchsmünster und bis auf Schwaig, Mauern sowie Arresting durch alle Ortsteile.
Dabei müssen die Fahrer mehrere Zeitmessstellen ansteuern, die sie zu einer bestimmten Minute durchfahren müssen. Schaffen sie das nicht, gibt es Minuspunkte. Brenner und seine Mitstreiter haben die Strecken selbst abgefahren, um so realistische Zeitintervalle herauszufinden. Außerdem gibt es Sonderprüfungen. Auf dem Parkplatz des Hagebaumarkts werden zwei Slalomstrecken vorbereitet. Außerdem geht es ins Stadion: Dort muss erst einmal eine Runde auf der Speedwaybahn gefahren werden. Wie schnell oder langsam der jeweilige Teilnehmer das macht, sei seine Sache. Wichtig sei nur, die Zweite sekundengenau in derselben Zeit anzubieten.
Für Zuschauer ist es dort sicherlich mit am interessantesten. Genau so wie nach dem endgültigen Zieleinlauf, der wie der Start im Stadion ansteht. Denn danach werden alle teilnehmenden Fahrzeuge aufgereiht bereitstehen, um sie genau zu inspizieren und zu fotografieren.

Autos

Zugelassen sind laut Armin Brenner Autos bis zum Baujahr 1993. Sie müssen für den normalen Straßenverkehr zugelassen sein. Mit einem Motorrad darf man nicht teilnehmen.

Fahrer

Der Fahrer muss im Besitz eines gültigen Führerscheins für das von ihm benutzte Fahrzeug sein. Eine Lizenz ist nicht erforderlich. Minderjährige Beifahrer benötigen eine Erlaubnis der Eltern.

Zahlen

Die Strecke ist nach seinen Worten exakt 194 Kilometer lang. Das Startgeld beträgt pro Fahrzeug 150 Euro. Details zur Zahlung sind auf der Internetseite des MSC zu finden.

Roadbook

Wie bei einer professionellen Rallye gibt es eine Wegbeschreibung (genannt Roadbook, in der auch spezielle Geländemerkmale vermerkt sind). Hier ist der Beifahrer gefordert.


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